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Bewusster durchs Leben gehen

Ich habe im Moment Urlaub und wer mich kennt muss nicht dreimal Raten wo ich bin - natürlich im Tessin! :-) Wir haben da seit vielen Jahren einen Wohnwagen, der fest stationiert ist - da verbringen wir im Sommer jede freie Minute (oder zumindest jedes freie Wochenende ;-)).

 

Nun bin ich hier und geniesse das süsse Nichtstun. Nach einem beruflich und privat herausfordernen ersten Halbjahr brauche ich das, um meine Batterien wieder aufzuladen. Dass ich das "darf", einfach da sein und nichts tun, musste ich aber auch zuerst lernen. Früher hatte ich immer ein schlechtes Gewissen und das Gefühl, doch noch irgendwie nützlich sein zu müssen. 

 

Da Achtsamkeit für mich selber und das dazugehörige Selbstvertrauen seit Jahren Mangelware ist, habe ich dieses Jahr entschlossen dies zu ändern. Nach langem hin und her, wie ich das denn nun schaffen soll, und vielen Internet- Recherchen bin ich auf die wunderbare Laura Malina Seiler gestossen. Ihre Podcasts haben mich inspiriert, daher habe ich mich für ein Online- Coaching entschieden. Denn dass ich Hilfe von aussen benötige, das war mir klar. 

 

Laura hilft mir mit ihren liebevollen aber auch klaren Inputs, jeden Tag an mir und meinen Glaubenssätzen zu arbeiten. Wenn es euch interessiert, kann ich in zwei Wochen auch noch einen Bericht über meine Erfahrungen schreiben - dann heute soll es vor allem um das Bewusstsein gehen. 

 

 

Wie oft gehtst du Barfuss? Ich eigentlich - nie, wenn ich da ganz ehrlich bin. Da wir keine Bodenheizung zuhause haben laufe ich Winter immer in Schuhen rum, und da wir im Sommer ständig zwischen draussen und drinnen wechseln ziehe ich auch dann Schuhe an. Ja, im Sommer könnte ich definitiv Barfuss gehen - aber ich bin schon so lange nicht mehr Barfuss draussen gegangen, dass jedes Steinchen Schmerzen verursacht. 

 

Als ich nun gestern am Fluss neben unserem Camping- Platz war, habe ich mich spontan dazu entschieden Barfuss im Fluss zu gehen. Denn was ich in meiner Ausbildung zur Wellnesstrainerin über die Fussreflexzonen gelernt habe hat mich schon damals fasziniert. 

 

Habt ihr gewusst, dass sich in unseren Füssen je 1'700 Nervenenden und 32 Muskeln und Sehnen befinden? Das sind Wahnsinns- Zahlen, die wir uns gar nicht auf dieser kleinen Fläche vorstellen können. Dass eine Fussreflexzonen- Massage bei sehr vielen Beschwerden im ganzen Körper helfen können, hat sich zum Glück  herumgesprochen. Auch Barfussschuhe werden immer mehr verkauft - wer solche Schuhe kauft, muss zuerst wieder lernen damit zu laufen, da sie anfangs Muskelkater verursachen sollen. Wir haben uns so weit von unserer Natur entfernt, dass wir nicht mal mehr so laufen können, wie es die Natur vorgesehen hat... Natürlich haben sich die äusseren Umstände verändert, es liegt so viel Abfall herum dass Barfusslaufen gefährlich geworden ist. Doch in unserer Umgebung könnten wir es doch trotzdem mal wieder versuchen! 

Positive Effekte gibt es viele: Barfuss über Stock und Stein gehen ist wie eine Fussreflexzonen- Massage und stimuliert die Nervenenden. Es regt den Kreislauf an, trainiert alle Muskeln und es wurden auch positive Effekte auf Rückenschmerzen nachgewiesen. 

Für diejenigen unter euch die wie ich Barfuss- Muffel sind: Probiert es doch mal wieder aus, es lohnt sich! 

 

Neben den erwähnten positiven Effekten auf unseren Körper, hat es auch auf unseren Geist eine positive Wirkung. Denn dann gehen wir nicht nur, sondern wir gehen langsam und bewusst. Schon nur aus dem Grund, dass alles andere schmerzhaft sein könnte ;-) Doch dieser Umstand zwingt uns, in dieser schnelllebigen Gesellschaft auch mal Tempo rauszunehmen. Und das tut manchmal echt gut! Das Sprichwort "Der Weg ist das Ziel" kennt wohl jeder - doch wie oft halten wir uns daran? Wie oft gehst du um des Weges willen los und hastest nicht an allem vorbei, nur um möglichst schnell ans Ziel zu kommen? Das ist schade, denn wir wissen gar nicht wie viel wir auf diesem Weg verpassen. Wie viele tolle Eindrücke, wie viele tolle Begegnungen und Gespräche. 

 

Wahrscheinlich denkst du jetzt die kann gut reden, dafür habe ich nun echt keine Zeit! Das höre ich so, so viel und ehrlich gesagt sage ich das mindestens genauso viel. Nun, wir haben alle gleichviel Zeit. Vielleicht nicht in Lebensjahren, aber der Tag hat für uns ALLE, ausnahmslos, 24 Stunden - auch für dich und mich :-) Die Frage ist nur, wie wir diese Zeit nutzen, wo wir die Prioritäten setzen. 

Dadurch, dass ich mitten in diesem Coaching von Laura bin und mich täglich mit Achtsamkeit auseinandersetze, fallen mir Details auf die mir früher nicht aufgefallen sind. Heute sagte ein Camping- Nachbar zu mir: Ich fahre mit dem Rad zur Toilette, der Weg zu Fuss dauert mir zu lange! (wir sind auf einem kleinen Platz, der Weg dauert daher keine 5 min...) Das ist natürlich sein gutes Recht und nicht verwerflich - dennoch gibt es mir zu denken. Ein Weg von 5 Minuten ist zu lange, wir müssen schnell wieder zurück an unsere Phones, Laptops und Tablets! Sonst könnte man ja jemanden antreffen, mit dem man sich unterhalten könnte... Und das spiegelt doch unsere Gesellschaft sehr gut wieder. Wir haben für nichts mehr Zeit, verbringen aber viele Stunden am Handy, in den sozialen Medien, oder schauen uns einfach nur zum Zeitvertreib irgendwelche Videos oder Memes an. 

 

Damit möchte ich nicht sagen, dass die Digitalisierung schlecht ist - im Moment sitze ich auch auf dem Liegestuhl am Laptop und die Leute denken wohl was ich für ein Suchthaufen sei ;-) Und doch finde ich, dass beides Platz haben kann. Man kann online sein, auch online arbeiten und sich doch die Zeit für persönliche Beziehungen und spontane Begegnungen und Gespräche nehmen. Wenn wir ganz ehrlich zu uns sind, hätten wir genug Zeit dafür.

Vieles läuft heute digital, was uns unendliche Möglichkeiten eröffnet. Und genau das ist wahrscheinlich das Problem - die unendlichen Möglichkeiten überfordern uns. Heute findest du alles, und ich meine ALLES im Netz. Wie können wir nun herausfiltern, was denn für uns relevant ist? Dies braucht tatsächlich sehr viel Zeit. 

Und dann geht es uns oft so, wie es mir gestern im Fluss gegangen ist: Plötzlich stehen wir in einer Sackgasse und kommen nicht mehr weiter. Wenn ich den Weg schon einmal gegangen wäre oder wenn ich von jemandem begleitet worden wäre, der diesen Weg kennt, wäre mir das nicht passiert. Und genau das ist einer der Gründe, warum ich diesen Blog betreibe. Es geht darum Informationen zu bündeln und Erfahrungen weiterzugeben. 

Ich handhabe das im Netz auch so: Ich habe Personen gefunden (auch wenn ich sie nicht persönlich kenne), die ich sympathisch finde und deren Werte mit meinen übereinstimmen. Denen folge ich aktiv und komme so auf weitere Personen, die den oben genannten Kriterien entsprechen.  Wenn sie ja schon die Erfahrung gemacht haben, was funktioniert und was nicht, muss ich ja nicht auch noch die Erfahrung machen dass etwas nicht funktioniert. Natürlich hat jeder Mensch seinen eigenen Weg und muss für sich selber herausfinden, was funktioniert und was nicht. Ich persönlich habe aber die Erfahrung gemacht, dass wenn die Kriterien bezüglich Sympathie und Werte stimmen sehr vieles auch für mich funktioniert. 

 

Das ist der Weg, wie ich im unendlichen Dschungel des Internet irgendwie zurechtkomme und die tollen Menschen und Tipps finde :-)

 

Und so geht es schlussendlich darum, dass du nicht in der Sackgasse bleibst und dich ärgerst dass es nicht mehr weitergeht, sondern dass du den Weg heraus findest.

Als ich den Fluss zurückgelaufen und wieder herausgeklettert bin, kam der Weg zu dieser wunderbaren Lichtung. 

Dieses Bild als Abschluss finde ich symbolisch wundervoll - wenn wir nicht aufgeben, manchmal ein Stück zurückgehen aber unbeirrt an unser Ziel glauben, kommt immer mal wieder eine Lichtung die uns erinnert, dass am Ende alles gut wird :-).

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Das bin ich

Mein Name ist Nicole Bärtschi, ich bin 31 Jahre alt, verheiratet und Stiefmutter eines Teenagers. Wenn ich nicht gerade an meinem Blog schreibe, mit meiner Familie campen oder fischen gehe, arbeite ich als Kundenbetreuerin auf einer Bank.

 

Nachhaltigkeit ist mir sehr wichtig- bis das Leben meiner Familie als Nachhaltig bezeichnet werden kann, ist es aber noch ein weiter Weg. 

Ich freue mich, wenn du mich auf diesem Weg begleitest!