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Fair Einkaufen macht Spass!

Bisher war ich keine Frau, die gerne shoppen ging. Dies war für mich eher ein notwendiges Übel – und wenn ich nichts brauchte, kam es mir auch nicht in den Sinn einfach zum stöbern in die Stadt zu gehen. Ich war froh, wenn ich nicht einkaufen musste.

 

Dies hat sich nun aber schlagartig geändert. Plötzlich liebe ich es, in meinen „Ökoläden“, wie mein Mann sie liebevoll nennt, herumzustöbern. Ich liebe es zu erkunden, was es alles bereits gibt, das fair hergestellt wurde und einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leistet.

 

Wenn ich in eine Stadt reise und nur ein wenig Zeit zum Einkaufen habe, mache ich mich bereits zuhause schlau welche Läden ich gerne besuchen möchte. Denn einfach draufloslaufen – das funktioniert nicht. Die Läden, die mich interessieren, sind eher in Nebengassen und manchmal etwas versteckt zu finden. Sie sind nun mal noch nicht so Mainstream, und wer sich dafür interessiert findet sie auch. Als ich kürzlich bei meiner Schwester in Basel war, habe ich natürlich vorab wieder im Internet geforscht. Ich habe einen Laden, gleich in der Nähe des Marktplatzes, mit dem wunderbaren Namen „Changemaker“ gefunden. Da musste ich natürlich hin, keine Frage! Nachdem wir also die Comic- und Animee- Shops für die Jungs abgeklappert haben, kam meine Zeit – ich schleppte also meine Familie mit in den Laden. Wow – da gibt es wirklich alles! Von Kleidern und Schuhen über Küchenbürsten, Küchentücher zu Schmuck und Elektro-Gadgets. Es gibt Geschirr und Karten, Einkaufstaschen und Schreibstifte. Wahnsinn! Wie ein mini- Kaufhaus für faire Produkte. Naturgemäss hat es nicht dieselbe breite Auswahl wie in einem „normalen“ Kaufhaus. Aber ganz ehrlich – das ist mir auch lieber so. Denn wenn ich etwas brauche und mehr Zeit dafür benötige herauszufinden, welches jetzt nun das passendste ist, als ich für den Weg brauche – das macht mir keinen Spass mehr und ist ein Grund, weshalb ich ein shopping- Muffel bin. So brauche ich etwas und es hat davon vielleicht 2-3 Modelle. Wunderbar!

 

So habe ich eine Küchenbürste für mich und einige kleine Dinge für die Wohnung meiner Schwester gekauft. Sie hat sich unglaublich darüber gefreut und meinte, den Laden gäbe es ja auch in Winterthur. Wirklich? Jetzt muss ich nach Basel um herauszufinden, dass es den Laden auch vor meiner Haustüre gibt? Tatsächlich.

Dreimal dürft ihr raten, wo ich als nächstes einkaufen ging, als ich wieder zuhause war J

 

Seit ich mit offeneren Augen durch die Gegend laufe, entdecke ich ganz viele wunderbare Läden – meist klein und unscheinbar, aber umso liebevoller eingerichtet und das Sortiment mit Sorgfalt ausgesucht. Ich lebe seit über 10 Jahren in Winterthur, doch im Moment entdecke ich jedes Mal etwas neues, wenn ich durch die Stadt laufe. Bald geht ein Kork- Laden auf, den ich natürlich unbedingt besuchen muss! Erst kürzlich habe ich erfahren, dass es so etwas wie Korkleder überhaupt gibt und das normale Leder in fast allen Produkten wunderbar ersetzen kann! Oder habt ihr schon mal etwas von einem Korkleder- Portemonnaie gehört? Gibt’s übrigens im Circle Shop im Zürcher Niederdorf.

 

Allgemein ist es für mich noch eine Herausforderung meine neuen Lieblingsgeschäfte abzuklappern um meine Einkäufe zu tätigen, denn diese sind doch weit voneinander entfernt. Wenn ich nach der Arbeit noch „kurz“ einkaufen gehe, ist schnell eine Stunde vergangen, wo ich vorher einfach rasch im Coop City alles erledigt habe. Für das neue Lebensgefühl nehme ich das gerne in kauf, das Fitnesscenter ist dann gratis dabei ;-)

Und doch fände ich es ganz wunderbar, wenn alle diese tollen Läden an einem Ort wären. Eine Strasse mit alternativen Einkaufsmöglichkeiten, die auch die Laufkundschaft haben die sich für das Thema interessieren – das wäre ein Traum. Und Träumen darf man ja bekanntlich… Aber bis dahin nehme ich 2-3 Mal die Woche die entsprechenden Wege auf mich, zu Fuss oder mit dem Fahrrad. Geht natürlich auch problemlos, wenn es einem die Zeit wert ist.

Falls ihr auch Lust habt, einmal in einem Laden einzukaufen der faire Produkte verkauft, habe ich für euch eine Liste (separat auf meiner Homepage unter „wo kaufe ich ein?“) zusammengestellt. Auf die Liste schaffen es nur Läden, die ich persönlich getestet und für gut befunden habe J

Die Liste wird laufend ergänzt und für neue Ideen bin ich immer offen!

 

Eine Anmerkung muss ich aber noch machen – auch wenn faires shoppen wirklich viel Spass macht, sollten keine unnötigen Dinge gekauft werden! Jedes nicht gekaufte Produkt ist noch immer am nachhaltigsten. Wenn etwas ersetzt werden muss, kann es sehr gerne durch ein fair hergestelltes Produkt ersetzt werden und ich möchte es auch nicht verteufeln, sich einmal etwas zu gönnen. Doch einfach einzukaufen und andere funktionstüchtige Dinge wegzuwerfen ist nicht im Sinne des Nachhaltigkeits- Gedanken. Fair shoppen ja, aber bitte überlegt euch ob ihr das Produkt auch nutzt – es gibt genügend ungenutzte Dinge in jedem Haushalt.

 

 

Und nun - viel Spass beim fairen shoppen!

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Das bin ich

Mein Name ist Nicole Bärtschi, ich bin 31 Jahre alt, verheiratet und Stiefmutter eines Teenagers. Wenn ich nicht gerade an meinem Blog schreibe, mit meiner Familie campen oder fischen gehe, arbeite ich als Kundenbetreuerin auf einer Bank.

 

Nachhaltigkeit ist mir sehr wichtig- bis das Leben meiner Familie als Nachhaltig bezeichnet werden kann, ist es aber noch ein weiter Weg. 

Ich freue mich, wenn du mich auf diesem Weg begleitest!